Counter Collection
Sammlungen strukturieren Wissen. Sie definieren, was sichtbar wird und was unsichtbar bleibt, was bewahrt und was vergessen wird. Bibliotheken, Archive, Datenbanken oder private Sammlungen folgen dabei immer impliziten Logiken: Hierarchien, Kategorien und Typologien. Sie spiegeln kulturelle Kontexte, Ideologien und Machtverhältnisse wider. In dem Modul untersuchten die Studierenden das Sammeln als kulturelle und gestalterische Praxis und stellten sich die Frage, wie sich bestehende Ordnungen, Archive und Klassifikationen unterlaufen, umdeuten oder neu organisieren lassen. Uns interessiert nicht das Sammeln im ursprünglichen Sinne, sondern das bewusste Gegen-Sammeln: das Umordnen, Umschreiben und Umdeuten bestehender Bestände. Was passiert, wenn eine Sammlung gehackt wird? Wenn Kategorien verschoben, Einträge verfremdet oder Kontexte neu gesetzt werden? Wenn das Archiv nicht als statischer Speicher, sondern als dynamisches, manipulierbares System verstanden wird?







