SOFT SUIT

Eine Ausstellung zu Alltagskleidung und Körperwissen von trans* Menschen

lunitaschaefer@icloud.com

[DE]
SOFT SUIT gewährt einen Einblick in die Beziehungen von trans* Menschen zu ihren Kleidungsstücken und den Praktiken, die sie nutzen, um sich im Alltag zu behaupten. Im Zentrum steht die besondere Sensibilität im Umgang mit Kleidung, die trans* Menschen durch die Auseinandersetzung mit einer patriarchalen Geschlechterordnung besitzen. Täglich landen trans* Menschen kleine und grosse Coups gegen diese alltägliche Ordnung: auf dem Weg zur Arbeit, beim Ausgehen oder im Freibad.
SOFT SUIT verbindet diese Taktiken des alltäglichen Handelns mit den fragilen Empfindungen, die das Leben in einem gekleideten Körper ausmachen, und macht sie als Ressource, kritische Auseinandersetzung und kreative Antwort sichtbar. Die Ausstellung bietet Raum für unterschiedliche Stimmen aus der trans* Community, die in zwei Workshops zusammenkamen. Im Ausstellungsraum werden die Exponate zur Installation, um den Besuchenden zu ermöglichen, auch ihre eigenen textilen Alltagspraktiken in einem anderen Licht zu betrachten.

[EN]
SOFT SUIT offers insight into the relationships of trans* people to their clothing and the practices they employ to navigate everyday life and assert themselves. At its core, the exhibition explores the heightened sensitivity to clothing that trans* people develop through their confrontation with a patriarchal gender regime. Every day, trans* people stage acts of resistance, both small and large, against this order: on the way to work, while partying or at the beach.
SOFT SUIT intertwines these everyday tactics with the subtle emotions that shape life in a clothed body, rendering them visible as resources, critical practices and creative responses. The exhibition provides a platform for different voices from the trans* community who came together during two workshops. In the exhibition space, the exhibits become an installation, inviting visitors to examine their own everyday textile practices.

Trans* Menschen gehören zur Avantgarde der Mode, sie brechen mit Geschlechternormen sowie mit gesellschaftlichen Konventionen und erkunden dadurch neue Formen, die eigene Identität zu signalisieren: ob auf den Laufstegen der Fashion Weeks oder auf den Strassen einer Kleinstadt. Besonders in den alltäglichen Situationen beweisen trans* Menschen ein grosses Geschick und eine ausgeprägte Sensibilität im Umgang mit Kleidung. Eine Sensibilität, die nicht zuletzt von den Schürfwunden und Prellungen kommt, die sie sich bei der engen Konfrontation mit gesellschaftlichen Normen und Grenzen zuziehen.

Kleidung ist eine wichtige Begleiterin, um sich in diesem anspruchsvollen Alltag zu beweisen. Sie bietet Schutz und Comfort, wirkt aber auch als Statement gegen eine Alltagsordnung, in der trans* Menschen noch immer nicht vorgesehen sind, die ihnen allzu oft Gewalt antut. Kleidung und ihre Aneignung helfen ihnen dabei, mit dem Gegebenen auf poetische und kämpferische Weise umzugehen. Meist geschieht das im ganz Kleinen: ein gecroptes Hemd, eine Jeansweste mit einer Botschaft auf dem Rücken oder eine geklaute Unterhose. Damit wird nicht morgen das Patriarchat zu Fall gebracht, es ist aber eine wichtige Ressource, um einer queeren Existenz Ausdruck zu verleihen.