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[DE]
In Bild und Wort widmet sich Friedliche Höfe dem städtischen Lebensraum Friedhof. Die Stadtzürcher Ruhestätten verdeutlichen: Der Friedhof ist mehr als ein Ort der Toten. Er behauptet sich in eindrucksvoller geschichtlicher Konstanz als friedliches Refugium für Mensch und Natur. Hier wird getrauert und gesonnt, getanzt und getrunken, geruht und gewachsen.
Geprägt von Säkularisierung und Individualisierung zeigt sich der Friedhof als Resonanzraum sich verändernder gesellschaftlicher Ansprüche. Dabei wird er ausgerechnet durch seinen reglementierend wirkenden Pietätsanspruch zum heutigen Sehnsuchtsort.
Das Buch betrachtet die Aktualität des vermeintlich überholten Pietätsbegriffs und befragt, wie dieser durch Werte wie Solidarität und Rücksichtnahme neu gefasst werden kann. Als handlicher Begleiter beleuchtet Friedliche Höfe die ambivalenten Qualitäten des Friedhofs und bietet Raum, eigene Vorstellungen herauszufordern und sein Wesen neu zu entdecken.
[EN]
Through words and images, Friedliche Höfe explores the cemetery as an urban habitat. Zurich’s burial grounds show that the cemetery is far more than a place for the dead. With impressive historical constancy, it asserts itself as a peaceful sanctuary for both humans and nature. Here, people mourn and sunbathe, dance and drink, rest and grow.
Shaped by secularisation and individualisation, the cemetery reveals itself as a resonance space for shifting societal demands. Yet it is precisely its regulating sense of piety that turns it into a contemporary place of longing.
The book examines the relevance of a supposedly outdated concept of piety, questioning how it can be redefined through values such as solidarity and thoughtfulness. Serving as a handy companion, Friedliche Höfe sheds light on the ambivalent qualities of the cemetery, offering opportunities to challenge one’s own preconceptions and rediscover its essence.

«Neben seiner Primärfunktion als Begräbnis- und Gedenkort wird der Friedhof längst auch als Freizeit- und Kommunikationsort und als Raum für unterschiedliche Formen der Vergemeinschaftung aufgesucht.»
Judith Pape


Zwischen den Gräbern verliert die Alltagshektik für einen Moment ihre Wichtigkeit; sie verblasst fast zur Unwirklichkeit. Es ist die physische oder vielmehr soziale Präsenz der Toten, die diesen Ort prägt. Hier mutiert die Vergänglichkeit von einem abstrakten Gedanken zu einem greifbaren Gefühl, das einen die Prioritäten womöglich neu wahrnehmen lässt. Während die Verdrängung des Todes im Alltag oft mühelos gelingt, macht der Friedhof ihn unübersehbar.




