Aquatic Regeneration

Wasser als Raum der Erholung in Zürich

[DE]
Das fotografische Manual untersucht Wasser in Zürich als ambivalenten Ort zwischen Erholung, Regulierung und Aneignung. Wasser wird als öffentlicher Raum der Fürsorge und der spielerischen Exploration verhandelt und nicht als reine Infrastruktur gelesen. Regeneration bedeutet hier nicht individuellen Rückzug, sondern eine räumliche Praxis, die bestehende Ordnungen urbanen Zusammenlebens temporär verschiebt.
Die Publikation verbindet Narration mit Handlungseinladungen und fragt, wie sich körperliches Verweilen gegen urbane Rhythmen von Effizienz und Produktivität behaupten kann.
Aquatic Regeneration schlägt sinnliche Praktiken vor, die Wasserorte neu erfahrbar machen: etwa ein Fussbad im Brunnen oder eine Wasserdusche, angeleitet durch ein dafür gestaltetes Keramikobjekt. Dabei erscheint Wasser nicht länger als Ressource der Produktivität, vielmehr als relationaler Körper, der Menschen, Architektur und Umwelt verbindet.

[EN]
A photographic manual explores water in Zurich as an ambivalent space, situated between recreation, regulation and appropriation. Viewed not merely as infrastructure, water is reimagined as a public space that encourages care and playful exploration. Here, regeneration is not presented as an individual retreat, but as a spatial practice that temporarily shifts existing orders of urban coexistence.
The publication combines a narrative with invitations to engage, asking how physical lingering can hold its own against the urban rhythms of efficiency and productivity.
Aquatic Regeneration proposes sensory practices that enable water-based spaces to be experienced anew: for example, a foot bath in a fountain or a water shower, guided by a ceramic object designed for this purpose. Water no longer appears as a resource for productivity, instead taking shape as a relational body that connects people, architecture and the environment.

Wir trinken Wasser, nehmen es durch unsere Haut und Nahrung auf und schwitzen, urinieren, menstruieren, atmen und weinen es wieder aus. Wir stehen also in stetiger Wechselwirkung mit den Gewässern in unserer unmittelbaren Umgebung, und diese wiederum mit globalen Wasserkreisläufen. Trotz der ständigen Bewegung des Wassers, oder vielleicht gerade deshalb, kann es eine beruhigende und regenerierende Wirkung auf uns Menschen haben.

Wasser ist im Zürcher Stadtraum allgegenwärtig: Es fliesst durch Flüsse und Bäche, sammelt sich im See und gelangt über eine weit verzweigte, meist unsichtbare Infrastruktur in Gebäude, Gärten und Brunnen. Dennoch bleiben unsere Begegnungen mit Wasser oft flüchtig und funktional: Wir waschen unsere Hände, ohne die Temperatur bewusst wahrzunehmen, füllen eine Flasche, ohne zu wissen, woher das Trinkwasser kommt, und wir überqueren Brücken, ohne innezuhalten.

Aquatic Regeneration versammelt
Praktiken mit und ohne keramische Tools,
die Regeneration im urbanen Alltag fördern
und die Wertschätzung von Wasser auf
körperlich erfahrbare Weise stärken.

Baden sowie das bewusste Verweilen am und In-Berührung-Treten mit Wasser verstehen sich hier als unproduktive Praxis, als bewusst leiser Widerstand gegen urbane Effizienzlogiken und als Form der Verlangsamung und Wiederverbindung mit dem eigenen Körper und den Wasserkörpern der Stadt.