
hallo@studio-sanft.ch
[DE]
Unsere Gegenwart ist geprägt von sensorieller Überreizung, Beschleunigung und Verdichtung, daher werden Selbst- und Co-Regulation zu wichtigen Voraussetzungen für Handlungsfähigkeit, Wohlbefinden und eine bewusste Verbindung zu sich selbst und der Umwelt.
Embodiment Practices, ein Projekt von «studio sanft», untersucht Selbstregulation jenseits eskapistischer Sehnsuchtswelten und individualisierter Selbstfürsorge. Ausgangspunkt sind zunächst unscheinbare Gesten und Mikropraktiken. Acht Stationen laden ein, alltägliche Praktiken, körperbasierte Wahrnehmungen und Tools, alleine oder im Kollektiv, spielerisch zu explorieren. Handlungen – wie Zähneputzen oder das Schälen von Orangen – werden aufgegriffen, transformiert und in einen multisensorischen Parcours übersetzt. Die ritualisierten Interventionen machen Selbstregulation durch Tasten, Riechen, Sehen, Spüren und Hören erfahrbar. Sie regen dazu an, innezuhalten, die Sinne zu schärfen und den gegenwärtigen Moment bewusster zu erleben.
[EN]
Our present is characterised by sensory overload, acceleration and intensification; in this context, self- and co-regulation become essential prerequisites for the ability to act, for well-being, and for a mindful connection to ourselves and our environment.
Embodiment Practices, a project by ‘studio sanft’, explores self-regulation beyond escapist worlds of longing and individualised self-care. It begins with unassuming gestures and micro-practices as the starting point. Eight stations along a trail invite users to playfully explore everyday practices, body-based perceptions and tools, either alone or collectively. Actions – such as brushing teeth or peeling oranges – are taken as examples, transformed and translated into a multisensory trail. These ritualised interventions make self-regulation tangible through touch, smell, sight, sensation and hearing. They encourage us to pause, sharpen our senses and experience the present moment more consciously.

Embodiment Practices ist
ein Sinnesparcours,
eine Einladung zur Verlangsamung,
eine Erkundung von Selbst- und Co-Regulation,
eine Sammlung alltäglicher Gesten,
eine fortlaufende Forschung über Fürsorge,
eine Tasse Tee, geteilt mit Fremden,
eine geschälte Orange,
eine Hand die Natur berührt,
ein Körper, der dem Boden begegnet,
ein Gespräch zwischen Aufmerksamkeit und Berührung,
ein Raum für Wahrnehmung,
eine Praxis, bei dem zu bleiben, was bereits da ist,
eine Begegnung zwischen Körper und Umwelt,
eine Choreografie kleiner Handlungen,
eine Pause inmitten der Beschleunigung,
ein Tanz mit den eigenen Gedanken,
eine Erinnerung, dass Wahrnehmung Zeit braucht,
ein Weg zurück zu den Sinnen,
ein Weg zurück zu uns selbst.

Du hingst einmal an einem Ast.
Getragen von einem Baum.
Genährt von Erde.
Von Wasser.
Von Licht.
Jemand hat dich gepflückt.
Getragen.
Verkauft.
Verschenkt.
Mitgenommen.
Nun liegst du hier.
Zwischen unseren Händen.
Deine Schale öffne ich.
Dein inneres zeigt sich,
Dein Duft tritt aus.
Wir werden Teil derselben Geschichte.
Baum.
Frucht.
Hand.
Körper.
Du wirst Ball,
bist Frucht,
bist Lebensmittel,
schenkst mir Vitamine,
schenkst mir eine Orange.


Anstatt konkrete Lösungen oder neue
Methoden zu vermitteln, schafft der
Parcours einen Erfahrungsraum, in dem die
Aufmerksamkeit auf das bereits Vorhandene
gelenkt wird.


Film Stills: Max Fohrer