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Wie werden Berührungen zwischen Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Pflegekräften durch die dingliche, räumliche und zeitliche atmosphärische Strukturierung gestaltet?
[DE]
Innerhalb meiner Tätigkeit als Fachfrau für Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen erlebe ich täglich, wie Pflege mit Ekel verbunden wird. Das Pflegebad ist dabei ein zentraler Raum, wird jedoch durch die institutionellen Strukturen zum Träger von Effizienz- und Hygienestandards und erscheint so in einer kühlen Distanz.
Unter diesen Bedingungen wirkt das Pflegebad ungemütlich, und pflegerische Handlungen wie die hektischen Berührungen der Pflegekraft werden auf die Regeln der Sterilität und reine Funktion reduziert, wodurch eine stressige Atmosphäre entsteht.
Mithilfe diskursiver Pflegeobjekte und Sound möchte ich entspannende Atmosphären einfangen und neue Sinneslandschaften eröffnen, um über Würde, Wohlbefinden und Beziehungsarbeit nachzudenken. Dabei sollen neue Perspektiven entstehen, um Pflegearbeit und die Fragilität des Menschseins neu zu interpretieren und mit ästhetischen Assoziationen zu verbinden.
Die Badenden ist ein inklusives, vermittelndes Projekt an der Schnittstelle von Design und Pflege und richtet sich an Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie an Pflegekräfte in Wohn- und Pflegeheimen.
[EN]
In my role as a care worker for people with special needs, I witness on a daily basis how care is associated with disgust. The care bath is a central space in this context, yet institutional structures have made it a vehicle for efficiency and hygiene standards, giving it an air of cold detachment.
Under these conditions, the care setting feels uncomfortable, and care-related actions – such as the hurried touches of the carer – are reduced to mere adherence to rules of sterility and pure functionality, creating a stressful atmosphere.
Using discursive care objects and sound, I aim to capture relaxing atmospheres and open up new sensory landscapes in order to reflect on dignity, wellbeing and relationship-building. The aim is to generate new perspectives that reinterpret care work and the fragility of the human condition, linking them with aesthetic associations.
The Bathers is an inclusive, educational project at the intersection of design and care, aimed at people with special needs as well as carers in residential and care homes.
Selina: «Kannst du mal eine Pflegesequenz in drei Wörtern beschreiben?»
«Sehr schnell, wenn sie die Hose raufziehen, im Bett drehen, dann wieder schnell auf die andere Seite. Oder wenn sie mich ins Bett tun und damit ich nicht zu nah am Bettrand bin, dann schieben sie mich rein und dabei drücken sie in mich rein.»
Herr J.



Selina: «So ist dieses hastige Pflegen für dich also auch mit Schmerzen verbunden?»
«Ja eben, dann komme ich manchmal so komisch daher. Dann tut mir vielleicht das Bein weh aber ich gehe dann trotzdem zur Arbeit, nur das ich dort mal draussen bin.»
Herr J.




«Ein ständiges Hinterfragen meiner Arbeit als Fachfrau Betreuung wurde für mich zur Pflicht, da fachliches Wissen auch Voreingenommenheit begünstigen kann, die meine Herangehensweisen und Entscheidungen im Pflegealltag beeinflusst und sich als blinde Flecken erwiesen haben.»
