An einem Wochenendtag verbringen Jugendliche in der Schweiz bis zu 4,5 Stunden an ihrem Smartphone und konsumieren Medieninhalte in rasantem Tempo. Viele Technologien von heute sollen Abläufe beschleunigen und effizienter machen. Für manche Menschen geht diese Entwicklung zu schnell, für andere wiederum offenbar nicht schnell genug. Besteht also eine Nachfrage nach noch mehr Tempo oder zwingen uns die Umstände einfach dazu, uns anzupassen?

Filme werden schneller geschnitten, TikToks immer kürzer genau wie unsere Aufmerksamkeitsspanne. Das daraus resultierende Phänomen, das dieser Trendreport untersucht, ist Speedwatching beziehungsweise Speedhearing, also das Konsumieren von Inhalten in erhöhter Geschwindigkeit. Dieses Verhalten zeigt sich bei Reels und TikToks ebenso wie bei Filmen, Serien, YouTube-Videos, Sprachnachrichten, Vorlesungen, Hörbüchern, Musik oder Podcasts.

Medien verschieben sich immer stärker ins Digitale und werden so aufbereitet, dass sie möglichst mühelos konsumiert werden können, zum Beispiel Podcast hören statt Zeitung lesen oder TikToks anstatt Filme zu schauen. Damit wird einem jedoch die Geschwindigkeit vorgegeben. Dadurch, dass die Generation Z in unsicheren Zeiten steckt, ist das Verlangen nach Kontrolle, Sicherheit und Struktur grösser geworden. Diese Kontrolle holt man sich auch in scheinbar nebensächlichen Situationen wie Speedwatching oder Speedlistening zurück.

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Ludovica Eichelberg, Tristan Fallegger
2025