Zur Entstehung diese &Zines können wir bereits ausgenüchtert auf die Internetphänomene des Sommers 2024 zurückblicken. Brat Summer und die lang ersehnte Stürzung des Cleangirls eröffneten eine neue Ära der Ästhetik: das Chaos. Nach Jahren des Minimalismus und der Selbstoptimierung will das heutige IT-Girl wieder Charakter und Aufregung. Celebrities wie Charli XCX machens vor: Party, Alkohol, verschmiertes Make-up, wildes Haar, Sonnenbrillen bei Tag und eine unverfrorene Attitüde. Es scheint, als beobachten wir über Social Media eine ganze Generation hauptsächlich junger Frauen beim Ausbrechen aus bisherigen, geordneten Strukturen. Charli XCXs Album „Brat“ schaffte es innert schnellster Zeit zum eigenen Adjektiv zu werden. Von Club zu Club zu ziehen ist Brat. Nicht auf die Meinung anderer hören ist Brat; Es steht für Selbstbewusstsein und Kontrolle über das eigene Leben. Kein Wunder fühlen sich so viele vor allem junge Frauen so angezogen von diesem neuen Lifestyle. Er spricht klar gegen gesellschaftliche Bewegungen wie Selbstoptimisierung und Nachhaltigkeit. Bis jetzt war es Frauen im Mainstream und vor allem im öffentlichen Raum nur bedingt erlaubt auszubrechen. Taylor Swifts „Reputation Era“ war noch genau im Rahmen, während Miley Cyrus ihn mit „Wrecking Ball“ komplett sprengte. Mit „Brat“ wurde das chaotische Ausbrechen gesellschaftlich akzeptabel. Jetzt war es auch mal in Ordnung, nicht perfekt zu sein, seine Fehler einzugestehen und für den Moment zu leben. Diese „I don’t give a fuck“ Attitüde ermöglichte es dem wichtigsten und vermeintlich verteufeltsten Brat Accessoire wieder in den Mainstream einzusteigen: die Zigarette. Dieses &Zine exploriert den Mikrotrend „Cigarette Renaissance“ und erläutert wieso wir genau jetzt wieder rauchen. Cheers.

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Linn Gabathuler
2024