Costumed Crowds

Beobachtet man aktuell die Besucher:innen grosser Konzerttourneen, fällt auf, dass Fans in teils sehr ausgefallenen, aufwendig gestalteten und oft einander ähnelnden Outfits erscheinen, die auf das jeweilige Event abgestimmt sind. Während sich bei den Swifties Freundschaftsbändchen bis zum Ellbogen stapeln, sorgt der sogenannte Beehive von Beyoncé in Texas für einen Engpass an silbernem Lycra-Stoff – aufgrund ihrer Renaissance-Tour. Es scheint, als habe sich der Trend des Method Dressings, der bisher vor allem unter Schauspieler:innen beliebt war, auf das Publikum übertragen: Kleidung wird immer mehr zu einem zentralen Bestandteil des Gesamterlebnisses. Doch dieser Trend beschränkt sich längst nicht mehr auf Stadionevents. Auch bei kleineren Konzerten, etwa von Gracie Abrams oder Chappell Roan, liegt ein grosser Teil des Vergnügens im aufwendigen Styling und dem Erscheinen in Outfits, die bewusst mit einem bestimmten Motto im Hinterkopf gewählt wurden. Die damit verbundene Euphorie, sich thematisch passend zu kleiden, greift zunehmend auch auf andere Lebensbereiche über. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Barbie-Film, der im Juli 2023 pink leuchtende Kinosäle füllte und als „Barbiecore Summer“ Kultstatus erlangte. Das aktuelle Pendant dazu ist der brat-summer, der die popkulturelle Welt regelrecht in Grün taucht.

Doch wie weit kann der Trend des Method Dressings gehen? Wo entstehen durch textile Codierungen Zusammengehörigkeit – und wo möglicherweise Abgrenzungen?

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Ciriaco Limongelli
2024