Multisensorische Esserlebnisse sind nicht nur eine neue Art, zu essen, es sind Erfahrungen, die alle Sinne anregen. Essen wird zum Erlebnis, das Emotionen und Erinnerungen weckt und Beziehungen vertieft. Durch das aktive Involvieren der Besuchenden, künstlerische Performances und Installationen oder die interaktive Präsentation des Essens wird das Dining-Erlebnis neu definiert. Mit Technologien wie Augmented Reality wird das Essen in ein umfassendes immersives Erlebnis verwandelt. Ein perfektes Beispiel dafür ist Rasmus Munks “The Alchemist” in Kopenhagen, wo Gänge wie Edible Plastic, bei dem Essen serviert wird, welches aussieht wie Plastik, um auf die Umweltverschmutzung durch Plastik aufmerksam zu machen oder einer Nachahmung von Munks eigenem Auge auf dem Programm stehen.

Munk vereint in seinem „Holistic Dining“ Elemente von Gastronomie, Design, Wissenschaft, Technologie und Theater und vermittelt auch politische Messages. Dieser Wandel, weg von der traditionellen Gastronomie hin zum multisensorischen Esserlebnis, spiegelt die wachsende Angst der Verbrauchenden wider, nicht alles bis aufs kleinste Detail erleben zu können und auch die Story dahinter nicht zu erfahren.

Der Trend verdankt einen Grossteil seiner Popularität der Neurogastronomie, die untersucht, wie unser Gehirn verschiedene Sinneseindrücke, wie Geschmack, Geruch, Textur und visuelle Reize, verarbeitet.

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Keana Enz, Natalia Oskarsson
2024