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Welches Potenzial eröffnet das Phänomen der Messiness für eine standardisierte und KI-geprägte Designpraxis?
[DE]
Goodbye clean chic, hello positive mess!
Inszenierte Unordnung in Wohnräumen, wilde Layering-Looks in der Mode und Strömungen wie Brat, Mindful Mess und Post-Perfect zeigen: Das Unordentliche ordnet sich gerade neu. In einer Gegenwart, die auf Effizienz getrimmt ist, entwickelt sich Messiness zu einer inspirierenden und befreienden Haltung, die Raum für Fehler, Zufälle und neue Ideen schafft.
In meiner qualitativen Forschung untersuchte ich, welches Potenzial Performing Messiness für das Design eröffnet. Die daraus entstandene MESS ZINE-Serie widersetzt sich den Standardisierungs- und Optimierungslogiken einer rationalisierten sowie digital- und KI-geprägten Designpraxis, die zunehmend monotone Arbeitsweisen und einen visuellen Einheitsbrei erzeugt. Die in Ko-Kreation entwickelten Zines eröffnen Designer:innen alternative Denk- und Handlungsweisen und laden dazu ein, gestalterische Prozesse wieder als lebendig, experimentell und lustvoll zu begreifen.
[EN]
Goodbye clean chic, hello positive mess!
Staged clutter in interior spaces, chaotic layered looks in fashion, and movements like Brat, Mindful Mess, and Post-Perfect all point to the same shift: disorder is currently being reimagined. In a world driven by efficiency, messiness is emerging as an inspiring and liberating attitude that makes space for mistakes, coincidences and new ideas.
In my qualitative research, I explored the potential that performing messiness holds for design. The resulting MESS ZINE series challenges the logics of standardisation and optimisation embedded in rationalised, digital- and AI-driven design practices, which increasingly produce monotonous workflows and visual uniformity. Developed together through co-creation, the zines open up alternative ways of thinking and making, inviting designers to experience creative processes once again as lively, experimental and joyful.

«Messiness ist nichts Negatives – sie ist Teil eines offenen, nicht vorgeprägten Zugangs zur Welt. Genau das fehlt mir häufig in Gestaltungsprozessen heute.»
Matylda Krzykowski


«Früher hast du den Wildwuchs einfach bekommen. Du hattest die Tageszeitung, da war der Sportteil drin, die Wirtschaft, die Kultur. Aber du hattest zumindest ein bisschen eine breite Fläche. Jetzt, wenn du willst, kannst du dich nur noch in einer ganz, ganz kleinen Welt bewegen. Du siehst nichts anderes mehr, was dich raushaut, erschüttert oder den Kopf schütteln lässt. Und ich finde, das braucht es wieder mehr.»
Grit Wolany

Wenn KI künftig nach Templates, Guidelines und Schema F arbeiten kann, liegt das, was Design langfristig lebendig und innovativ hält, nicht gerade in der menschlichen Messiness – in Improvisation, Intuition und vielleicht auch in unseren Händen?
Mit Sandburgen statt Luftschlössern und Vorschlaghammer statt Samthandschuhe befreien die Mess Zines das mit Panzerglas geschützte Design vor dem sicheren Hygienetot. Mehr Infos und Einblicke in die verschiedenen Ausgaben sind auf der zugehörigen Website mess-zine.com abrufbar.